Ausdruckstanz

Mit dieser freien Tanzrichtung wollte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder zu einem natürlichen Bewegungsausdruck zurückkehren. Bekannte Namen wie Isadora Duncan, Mary Wigman und Rudolf Laban werden mit dem Beginn des modernen Ausdruckstanzes verbunden.

Im Tanz werden Themen des Lebens (Freude,Ängste, Phantasien, Träume) zum Ausdruck gebracht und die Freude an der eigenen Bewegung kann wieder entdeckt werden. So wird die Möglichkeit geboten, in individueller und kreativer Weise mit sich und der Umwelt in Kontakt zu kommen.

Was ist Tanztherapie?

Die Tanz- und Ausdruckstherapie ist in den vierziger Jahren in den USA entstanden. In Europa und auch in Österreich ist sie erst seit wenigen Jahren bekannt.

„Tanz“ steht für jede Bewegung, die im Inneren eines Menschen entsteht und durch die individuellen Möglichkeiten des Körpers zum Ausdruck kommt. „Tanz“ bedeutet somit vielmehr als das, was in unserem Kulturkreis meist unter Tanz verstanden wird.

Hauptmedium dieser Therapieform ist die Bewegung. Die Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf die Sprache des Körpers, das Wort wird unterstützend und integrierend eingesetzt, ist jedoch nicht unbedingt notwendig. Daher ist die Tanz- und Ausdruckstherapie auch für Menschen, die sich verbal wenig oder nicht verständigen, sehr gut geeignet.

Tanz- und Ausdruckstherapie ist eine erlebnisorientierte, ganzheitliche Therapieform, die am einzigartigen Bewegungsausdruck jedes Menschen ansetzt. Diesen Bewegungsausdruck nützt die Tanztherapie ebenso wie die uralte Heilkraft des Tanzes, indem sie im therapeutischen Prozess Wege zu einem tieferen Selbstverständnis zeigt.

Die Tanztherapie findet in Gruppen- oder Einzelstunden in vielen Bereichen ihren Einsatz, vor allem in psychosomatischen und sonderpädagogischen Einrichtungen, auf psychiatrischen Stationen und Tageskliniken, in Präventions- und Beratungsstellen, um nur einige zu nennen.

Technik

In der Tanztherapie werden Bewegungsaufträge geben, in denen es beispielsweise um die Umsetzung von Alltagssituationen, Träumen oder Phantasien geht. Im Laufe der Therapie wird das Repertoire an Bewegungsweisen vergrößert und vertieft. Über die Bewusstmachung der persönlichen Bewegungssymbolik können unbewusste Anteile der Persönlichkeit erlebt werden, was zu einem besseren Selbstverständnis beiträgt.

Der Beziehung zwischen Klient und Therapeut kommt durch die Unmittelbarkeit der Körperbewegung eine besondere Bedeutung zu. Je nach Erfordernissen und Bedürfnissen kann eine Einzel- oder Gruppentherapie angewendet werden.

Das Ziel der Tanz- und Ausdruckstherapie ist Körper, Geist und Seele ganzheitlich erlebbar zu machen.




Ziele der Tanztherapie

- Förderung der Selbst- und Körperwahrnehmung und Entwicklung eines realistischen, positiven Körperbildes...

- Erweiterung des Bewegungsrepertoires, welches eine Erweiterung des Verhaltensrepertoires zur Folge hat, das dann zur Bewältigung verschiedenster Lebenssituationen und etwaigen Krisen zur Verfügung steht...

- Förderung des authentischen und selbstbestimmten Ausdrucks in der Bewegung und Stärkung des Selbstbewusstseins...

- Konfliktbearbeitung auf Körperebene zum Erwerb neuer Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung...

- Bearbeitung von emotionalen Erlebnissen innerhalb eines geschützten, strukturierten Rahmens...